VITALPILZE

Symbolbild von Vitalpilze auf einem bemoosten Baumstamm im Wald

Pilze sind seit jeher ein faszinierendes Forschungsgebiet. Sie sind weder Tier noch Pflanze, sondern bilden innerhalb der biologischen Klassifikation ein eigenes Reich – das der Fungi. Ihr Einsatzgebiet reicht von proteinreicher Nahrung über bewusstseinserweiternde Droge bis hin zum tödlichen Gift. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) haben sich so genannte Gesundheitspilze schon seit mehr als 4.000 Jahren bewährt. Der Lehre nach werden aus ihrem Sud individuelle Rezepturen für jeden Erkrankten zusammengestellt. Neben der Verbesserung des Allgemeinzustands dienen solche Heilpilze beispielsweise der Behandlung von MagenDarm-Problemen, Atembeschwerden oder Allergien. Aus Europa ist bekannt, dass Hippokrates schon vor über 2.500 Jahren mithilfe eines Baumpilzes namens Zunderschwamm Wunden heilte, auch Gletschermumie „Ötzi“ hatte einen solchen im Gepäck. Für Sportler haben Vitalpilze einen weiteren interessanten Nutzen: Sie sollen Energie und Ausdauer steigern. So stellten chinesische Läuferinnen bei den Landesmeisterschaften in Peking 1993 sogar mehrere Weltrekorde auf, die auf die Einnahme des Raupenpilz Cordyceps zurückgeführt wurden.


Wirksame Inhaltsstoffe

Vitalpilze sind mit einer Vielzahl wertvoller Inhaltsstoffe ausgestattet. Neben hohen Anteilen an Vitaminen und Mineralstoffen liefern sie z.B. antibakterielle Triterpene, die kortisonähnlich wirken und Entzündungen im Körper bremsen. Dass Triterpene außerdem in der Lage sind, die Histamin-Ausschüttung zu hemmen, erklärt den traditionellen Einsatz von Heilpilzen zur Linderung von Allergiesymptomen. Zusammen mit dem ebenfalls in den Pilzen enthaltenen Adenosin, das nachweislich gefäßerweiternd wirkt und die Durchblutung des Herzens verbessert, können die blutdrucksenkenden Triterperne zudem einen wichtigen Beitrag dazu leisten, uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen. Apropos Schutz: Spezielle Polysaccharide der Pilze, also Vielfachzucker, stärken unser Immunsystem, indem sie die Produktion von Abwehrzellen anregen. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, findet in Pilzen darüber hinaus eine sehr gute Quelle für Aminosäuren vor. Dabei handelt es sich um die Grundbausteine für Eiweiß, von denen wir insgesamt 23 für Wachstum, Vitalität und Gesundheit benötigen. 15 dieser Aminosäuren können wir selbst herstellen, Vital- und Speisepilze liefern in hoher Bioverfügbarkeit alle essenziellen übrigen 8. Dazu zählen z.B. Valin, Isoleucin und Leucin – wichtig u.a. für den Muskelaufbau – sowie Phenylalanin, das wir zur Bildung von Adrenalin und Dopamin brauchen.


Kleine Vitalpilzkunde

Im asiatischen Raum werden viele verschiedene Heilpilze genutzt, häufig auch in Kombination miteinander. Hericium etwa, der Stachelbart, wird zusammen mit Reishi gegen chronische Schmerzen eingesetzt. In Kombination mit Cordyceps soll Reishi allgemeine Schwächezustände, Burnout und chronische Lungenkrankheiten lindern. Das Duo hat sich auch bewährt, um die allgemeine Leistungsfähigkeit zu steigern. Währenddessen gilt Shiitake als der „König der Heilpilze“. Er dient als Anti-Aging-Mittel und als Arznei gegen Krankheiten, die z.B. durch schädliche Pilze und andere Parasiten verursacht wurden. Übrigens wird Shiitake mittlerweile auch bei uns kultiviert, ebenso wie der heimische Zunderschwamm, der aufgrund seiner heilsamen Eigenschaften z.B. als Tee bei Erkältungskrankheiten empfohlen wird.