LICHTBRINGENDE BIRKE
Ob Entschlacken oder Wassereinlagerungen loswerden – die Birke ist die ideale Begleiterin. Denn wie Studien beweisen, erhöhen getrocknete Birkenblätter die Menge der Harnausscheidung und sind nierenschonender als synthetische Entwässerungsmedikamente.
Als Allergiker sind wir vielleicht nicht gut auf sie zu sprechen, doch die im Norden Europas heimische Birke hat mehr zu bieten als reizende Pollen. Der einzige Baum mit weißer Rinde gilt seit jeher als etwas Besonderes. In dunklen Wäldern kann er nicht gedeihen, doch als winterhärtester Laubbaum überhaupt hält er selbst den frostigsten Temperaturen stand – und gilt daher unter anderem als Symbol der Widerstands- und Durchsetzungskraft. Die Ursache dafür steckt in der Rinde: Betulin, eine kampferartige, zähflüssige Substanz. Diese verleiht der Haut des Baumes die ungewöhnliche weiße Farbe und macht sie wasserfest, weshalb früher viele langlebige Gegenstände und sogar Boote aus Birkenrinde gefertigt wurden. Während der wissenschaftliche Name Betula vermutlich vom gallischen „betu“ für Harz abstammt, steht das indoeuropäische „bhirg“ für hell und glänzend. Als Lichtbringerin verehrt, wurde die Birke bei den Kelten dem ersten Monat des Jahres zugeordnet, jenem mit dem wenigsten Licht. Schließlich symbolisiert ihr Weiß neben Reinheit auch Verheißung. Als Frühlingsbaum schlechthin wird sie mit wiedererwachenden Lebensgeistern assoziiert, was gut zur Wirkung der Birkenknospen passt. Denn diese regen neben Schilddrüse und Hoden auch alle anderen Drüsen an. So verleiht eine Frühjahrskur mit Birkenknospen dem ganzen Körper neuen Schwung. Birkensaft wiederum, der durch Einschneiden oder Anbohren der Rinde gewonnen wird, kann zur Entschlackung genutzt werden und galt bei den nordischen Völkern als Lebenselixier.
Haut und Nieren zuliebe
Laut TCM* leitet die Birke Nässe, Hitze und Giftstoffe aus. Und tatsächlich kann aus Birkenblättern einer der besten Tees zur Wasserausscheidung gewonnen werden: Er wirkt harntreibend, ohne die Nieren zu reizen und eignet sich damit selbst für Schwangere und ältere Menschen. Unserer Haut kommt eine Entwässerungskur mit Birkenblättern ebenfalls zugute, denn wenn Gifte über die Niere ausgeschwemmt werden, bleibt die Haut davon verschont – und etwaige Beschwerden bessern sich. Durch ihre wassertreibende Eigenschaft können die Blätter weiters zur Behandlung von Ödemen (abnormen Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe) genutzt werden. Zur Nierenstärkung und Gesunderhaltung empfiehlt sich eine mehrwöchige Birkenblätter-Teekur: Neben der positiven Wirkung auf die Nieren werden dadurch Stoffwechsel und Zellerneuerung angeregt und der ganze Körper vitalisiert.
*Traditionelle Chinesische Medizin